Autor: RAinHelzel (Seite 3 von 6)

Die HUK braucht Druck

Warum Sie bei der Schadensregulierung – auch bei 100%iger Schuld der Gegenseite – an einer Klage nicht vorbeikommen und es sich lohnt, sich auf die Kürzung der Versicherung auf keinen Fall einzulassen.

Gekürzt hatte die Versicherung Verbringungs-, Sachverständigen- und Mietwagenkosten. Die Wertminderung wurde außergerichtlich überhaupt nicht bezahlt.

Dieses Mal nur als Podcast-Folge zum anhören.

Anwaltskosten

Wer zahlt die Anwaltskosten bei einem unverschuldeten Unfall

Entscheiden Sie sich nach dem Unfall einen Rechtsanwalt einzuschalten, der den Schaden für er Sie reguliert, trägt diese Kosten auch die Versicherung des Unfallverursachers, wenn Sie für den Unfall nichts können.

Selbstverschuldeter Unfall und Anwaltskosten

Bei selbstverschuldeten Unfällen überlassen Sie die Sache einfach Ihrer Versicherung, die kümmert sich um alles.

Anwaltskosten selber berechnen

Anwaltskosten bei Mitschuld

Haben Sie den Unfall mitverursacht, trägt die Versicherung einen Teil der Rechtsanwaltskosten. Fordern Sie von der Versicherung Ihren Schaden unter Beachtung der Mithaftungsquote ein, dann werden die Anwaltskosten voll bezahlt.

Nehmen wir als Beispiel einen Unfall auf dem Supermarktparkplatz. Zwei Autos parken gleichzeitig rückwärts aus und rempeln zusammen. Beide trifft eine Mitschuld von 50%. Ihr Gesamtschaden beläuft sich auf 4000€. 50% davon muß die Gegenseite übernehmen.

Wenn Sie Ihren Anwalt beauftragen, 2000 € Schaden mitder Versicherung zu regulieren, entstehen die Anwaltskosten auch nur aus diesen 2000 €. Die Höhe der Anwaltskosten richtet sich nach der Höhe der Forderung die Sie an die Versicherung richten. Dann wird, obwohl Sie zu 50% Schuld an dem Unfall sind, der Anwalt trotzdem voll von der Versicherung bezahlt.

Fordern Sie aber die vollen 4000€ ein und die Versicherung zahlt nur die Hälfte, richtet sich die Höhe der Anwaltskosten nach den geforderten 4000€. Davon übernimmt die Versicherung die Anwaltskosten aus 2000€ und die Differenz müssen Sie selber zahlen.

Lesen Sie auch meinen weiteren Beitrag zum Thema: Die Anwaltskosten in der Unfallregulierung.

Ab September starten wir in die nächste Runde

Die Stiftung Warentest / Finanztest hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit dem Thema Schadensregulierung und den Kürzungstricks der Versicherer beschäftigt. Auch die Gerichtsentscheidungen, mit eigentlich kaum noch zu überhörenden Hinweisen der Richter an die Geschädigten, sich einen Anwalt zur Hilfe zu holen, nehmen kein Ende.

Was auch kein Ende nimmt ist die Kürzungswelle bei den Versicherungen. Nach wie vor hoch im Rennen sind die Verbringungskosten und die Sachverständigenkosten. Über die weiteren Möglichkeiten, die Versicherungen noch nutzen, um Geld einzusparen werde ich in Zukunft wieder berichten.

Starten werde ich ab September aber zunächst einmal mit „Unfall ABC“. Ich werde Ihnen jeden Anspruch von A-Z vorstellen, den Sie gegenüber der Haftpflichtversicherung haben, der mir eingefallen ist. Darüber wird auch jeweils eine kurze Podcastepisode zum Anhören geben und es wird ein kostenloses E-Book zu dem Thema erscheinen. Wer Interesse an dem E-Book hat schickt mir bitte seine E-Mail-Adresse, damit ich es an Sie versenden kann, sobald das E-Book fertig ist. Eingeladen ist jeder, vom Unfallopfer, über den Gutachter, die Werkstatt und den Anwaltskollegen/-in.

 

Abschleppkosten

Die Abschleppkosten sind nach einem Unfall von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu ersetzen. Dies gilt auch dann, wenn Sie das Abschleppfahrzeug selber gar nicht bestellt haben. Wurde der Wagen zum Beispiel von der Polizei angefordert, um die Unfallstelle so schnell wie möglich zu räumen, muss die Versicherung des Unfallverursachers die Kosten für das Abschleppen übernehmen. Hier kommt es häufig wegen der Höhe der berechneten Kosten zu Diskussionen auf die Sie sich am besten gar nicht einlassen. Vor allem lassen Sie sich bitte nicht auf Einwände der Versicherungen ein, dass Sie zumindest die Preise hätten vergleichen und einen günstigeren Abschleppdienst rufen müssen.

 

Abschleppkosten über weitere Entfernung

Es soll vorkommen, dass sich ein Unfall nicht gerade vor der Haustür eignet, sondern dann, wenn man weiter weg von zu Hause ist. Dann stellt sich Ihnen die Frage, ob Sie den Wagen trotzdem nach Hause zu Ihrer Werkstatt bringen lassen können, oder ob Sie den Wagen in Nähe der Unfallstelle reparieren lassen und dann mit dem reparieren Wagen heimfahren müssen.
In diesem Zusammenhang kommen auch noch weitere Kostenfragen auf Sie zu, nämlich
  • wie kommen Sie wieder nach Hause – mit dem Taxi, mit dem Zug, mit dem Bus.
  • Müssen Sie evtl. sogar übernachten, um am nächsten Tag erst einmal das Wesentliche in die Wege zu leiten.
  • Wie kommen Sie wieder an Ihr Fahrzeug heran bzw. wird dann Ihr Wagen nach durchgeführter Reparatur zu Ihnen gebracht
  • Schlussendlich müssen Sie berücksichtigen, dass auch bei einer Reparatur etwas schief laufen kann und Sie später noch Gewährleistungsansprüche gegen die Werkstatt haben könnten. In dem Fall ist es dann äußerst ungünstig, wenn die Werkstatt 200 km entfernt ist und Sie wegen der Mängel dorthin müssen und nicht in Ihre vertraute Werkstatt gehen können.

 

Amtsgericht München spricht Abschleppkosten über 140 km zu 

Hier hat zum Beispiel das Amtsgericht München (Urteil vom 06.10.2014, 322 C 27990/13) zugunsten eines Unfallgeschädigten entschieden der sein Auto nach einem Unfall in München nach Hause in die Werkstatt nach Illertissen hat abschleppen lassen, um es dort reparieren zu lassen.
Das Amtsgericht München hat entschieden, dass nicht allein die Abschleppkosten wegen der Entfernung maßgeblich sind, sondern dass man alle Kosten die in diesem Zusammenhang mit dem Unfall anfallen, insgesamt gesehen werden müssen.

 

Abschleppkosten allein sind nicht maßgeblich

Schließlich geht es nach einem Unfall nicht allein darum, die Abschleppkosten für das Auto möglich gering zu halten entstehen. Passiert der Unfall weiter von Zuhause weg, fallen Fahrtkosten an, da Sie irgendwie wieder nach Hause kommen müssen. Das heißt, es entstehen Zug- oder Taxikosten um nach Hause zu kommen. Fährt kein Zug mehr und ist kein Taxi zu bekommen, müssten Sie in der Nähe des Unfallortes vielleicht übernachten.
Dann müssten Sie nach beendeter Reparatur wieder an Ihr Auto kommen. Das heißt entweder muss Ihnen das Auto gebracht werden oder Sie müssen es abholen. Auch hierfür fallen wieder Kosten an. Da Ihnen keine Versicherung den Zeitaufwand erstattet, dürfen Sie sich den Wagen auf Kosten der Versicherung nach Hause bringen lassen. Während Sie das vielleicht noch als tollen Service verbuchen, kommt der Ärger spätestens dann, wenn bei der Reparatur etwas schief gelaufen ist und Sie gegen die Werkstatt Gewährleistungsansprüche haben. Die ist aber weit weg und das Auto muss wieder dort hin.

 

AG Rosenheim spricht Abschleppkosten über 120 km zu

Im Ergebnis müssen Sie kurz überschlagen, welche Kosten bei welcher Alternative entstehen. Wenn Sie unterm Strich durch das Abschleppen nach Hause in Ihre vertraute Werkstatt günstiger kommen oder zumindest nicht wesentlich über den Kosten liegen, die bei einer Reparatur in der Nähe des Unfallortes entstanden werden, dürfen Sie Ihr Fahrzeug auch in die Heimatwerkstatt bringen lassen.
Eine weitere Entscheidung hierzu gibt es vom AG Rosenheim (Urteil vom 12.05.2017, 8 C 90/17) .
Sollte die gegnerische Versicherung in Ihrem Fall mit Diskussionen anfangen, können Sie die entstandenen Kosten durchaus mit einer Gegenüberstellung der jeweiligen Kosten begründen.

 

Ansprüche nach einem Verkehrsunfall – Schadensersatz

Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall können Sie gegenüber der Haftpflichtversicherung des Verursachers Schadensersatzansprüche haben auf:

Abschleppkosten
Anwalt
ärztliches Attest
Beerdigung
Behandlung
Benzinrest bei Totalschaden
Besuchskosten von Familienangehörigen im Krankenhaus
Brille
Demontage
Eratzanschaffung
Erwerbsschaden/Lohnausfall/Verdienstausfall
Ersatzkraft/Hilfskraft
Fahrtkosten
Fahrradhelm
fiktive Abrechnung
Gutachter
Haushaltsführungsschaden
Haushaltshilfe
Höherstufungsschaden
Kindersitz
Kostenpauschale
Kostenvoranschlag
Kleidung
Kredit
Mietwagen
Motorradhelm
Nachbesichtigung
Neuwagen
Nutzungsausfall
Reparturkosten
Restwert
Reisekosten
Schmerzensgeld
Standkosten
Stornokosten
Taxi
Umbaukosten
UPE-Aufschläge
Verbrinungskosten
Wertminderung
Zulassungskosten
Zuzahlung in der Apotheke

Regulierungsdauer und Prüffrist: Ab wann dürfen Sie klagen?

Versicherungen spielen gerne auf Zeit bei der Schadensregulierung. Das ist ein allgemein bekanntes Problem. Ärgerlich ist es vor allem dann, wenn Sie für die Reparatur oder den Kauf eines Ersatzwagen dringend auf das Geld von der Versicherung angewiesen sind.
Aber, hier muß trotzdem – auch wenn es schwer fällt – ein bisschen Geduld aufgebracht werden, denn auch die Versicherung braucht Zeit, den Anspruch zu prüfen.

 

Versicherer haben eine Prüffrist von 4-6 Wochen

Ab Schadensmeldung hat die Versicherung 4-6 Wochen Zeit, den geltend gemachten Anspruch zu prüfen. Natürlich darf diese Zeit nur ausgeschöpft werden, wenn noch Sachen unklar sind und die Versicherung prüfen muß, ob sie tatsächlich haftet.

Liegen der Versicherung schon nach ein paar Tagen alle notwendigen Informationen vor, muß sie den Schaden regulieren und darf die Zahlung nicht verzögern.

 

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Kfz-Versicherung: Verkehrsanwälte klagen über schlechteres Regulierungsverhalten

Auf der Seite „Versicherungsbote.de“ wurde über eine forsa-Umfrage zum Regulierungsverhalten der Kfz-Versicherer berichtet:

„Verkehrsanwälte klagen laut einer forsa-Umfrage darüber, dass sich die Regulierung von Kfz-Haftpflichtschäden in den letzten Jahre verschlechtert habe. Als Problemversicherer wird besonders häufig der Marktführer HUK-Coburg genannt. Doch das kann auch schlicht an der Masse der Verträge liegen, die der Versicherer in dieser Sparte hält. Die HUK weist die Vorwürfe zurück. Am wenigsten Beschwerden haben hingegen die Gothaer, AachenMünchener und Generali.“

Den ganzen Beitrag gibt es zum Nachlesen auf Versicherungsbote.de

 

Die beliebtesten Kürzungen in der Unfallregulierung

In den Folgen 16 und 17 hatte ich mich mit den 11 größten Kürzungslügen der Versicherer beschäftigt. Da dieses Dauerthema sowohl bei Unfallgeschädigten, als auch bei Gutachtern, Werkstätten, Abschleppunternehmen und alle weiteren Beteiligten, die generell von den Kürzungen in der Unfallregulierung betroffen sind, von großem Interesse ist, werde ich mich in den nächsten Folgen noch intensiver mit den Kürzungen einzelner Positionen auseinandersetzen.
Die aktuellen Renner auf den Kürzungslisten sind:
– Verbringungskosten
– UPE-Aufschläge
– Kleinteilepauschale
– Reinigungskosten
– Sachverständigenkosten
– Beilackierungskosten
– Mietwagenkosten
– Wertminderung

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Dreister Kürzungsversuch der Gutachterkosten

Das Amtsgericht München (343 C 7821/17) verurteilt die Haftpflichtversicherung zur Zahlung weiterer Sachverständigenkosten.

Die Versicherung wollte dem Geschädigten ihren eigenen Gutachter aufs Auge drücken. Als dieser seinen eigenen Gutachter wählte, verweigerte die Versicherung ihm teilweise die Erstattung der Rechnung des Sachverständigen – einfach nur dreist!

Der Geschädigte darf den Gutachter der Versicherung ablehnen. Die Versicherung hat nicht das Recht, ihm deswegen einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht vorzuwerfen und ihm deshalb die Kostenerstattung zu verweigern.

Zum Beitrag bei Kfz-Betrieb.

Dashcam als Beweismittel vom OLG Nürnberg akzeptiert

Das OLG Nürnberg hat eine Dashcam eine Lkw-Fahrers als Beweismittel zugelassen, der ohne diese Kamera in einer echten Beweisnot gewesen wäre. Ihm wurde vorgeworfen, auf der Autobahn einen Auffahrunfall und dadurch einen Sachschaden von knapp 15.000 € verursacht zu haben.

Tatsächlich konnte der Lkw-Fahrer mit Hilfe seiner Aufzeichnungen beweisen, dass der Unfall durch den Autofahrer verursacht wurde, der sich zuvor in einem offensichtlich waghalsigen Fahrmanöver vor den Lkw gedrängelt hat.

http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/olg-nurnberg-lasst-dashcam-als-beweismittel-zu-1.6595913

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