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Das Risiko bei der fiktiven Abrechnung

Die Entscheidung, wie Sie den Schaden abrechnen, liegt voll und ganz bei Ihnen.

  • Sie können gegen Rechnung reparieren,
  • Sie können nach Gutachten/Kostenvoranschlag abrechnen und gar nicht reparieren,
  • Sie können nur teilweise reparieren.

Die beiden letzten Alternativen fallen unter die fiktive Abrechnung.

Diese Art der Abrechnung ist völlig legitim und zulässig – auch wenn das Landgericht Darmstadt damit seine Problem hat(te). Generell liegt die Entscheidung, was Sie mir der Schadensersatzzahlung der Versicherung machen voll und ganz bei Ihnen.

Diese birgt aber auch nicht unerhebliche Probleme – vor allem dann, wenn es an derselben Stelle noch einmal zu einem Unfall kommt. Dies ist gerade bei Schäden an der Stoßstange durch Auffahrunfälle ein häufiges Problem.

Leistungsfreiheit der Versicherung bei Vorschaden

Wenn an derselben Stelle nochmal ein Schaden eintritt, besteht die Gefahr, dass die Versicherung leistungsfrei bleibt, wenn eine sach- und fachgerechte Reparatur nicht bewiesen werden kann.

Die Versicherung kann sich dann auf den Einwand des nicht beseitigten Vorschadens zurückziehen und muss nichts bezahlen.

Sach- und fachgerechte Reparatur entkräftet Vorschadeneinwand

Dieses Risiko kann nur dadurch ausgeschlossen werden, dass eine sach- und fachgerechte Reparatur bewiesen werden kann. Hierfür dient am besten eine Reparaturrechnung.

 

Sach- und fachgerecht bedeutet, dass der Reparaturweg aus dem Schadensgutachten eingehalten wird.

 

Keine Beweise für eine sach- und fachgerechte Reparatur sind:

– Fotos

– Reparaturbestätigungen (auch nicht durch Gutachter)

– Zeugen

Ersatz fiktiver Verbringungskosten

Der zur Herstellung erforderliche Geldbetrag im Sinne des § 249 II Satz 1 BGB umfasst bei konsequenter Sichtweise auch die Verbringungskosten in eine Lackiererei, wenn und soweit sie regional üblich sind.

  • fiktive Verbringungskosten sind erstattungsfähig
  • sofern sie üblicherweise in den örtlichen Werkstätten anfallen

Urteil des Amtsgerichts Coburg vom 13.1.2021
Aktenzeichen 17 C 1431/20

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Nutzungsausfall für 105 Tage in Höhe von 6.195, €

 
Die VA (Verkehrsrecht Aktuell) berichtet in ihrer Ausgabe vom Juli 2020 von einem Urteil des OLG Brandenburg vom 27.2.2020 (12 U 86/18) über eine Nutzungsentschädigung in einem Langzeitfall.
 
 
Das Urteil befasst sich u.a. mit diesen 5 Klassikern der Unfallschadensregulierung.
 

1. Nutzungsausfall für 105 Tage

Die Geschädigte hat Anspruch auf Nutzungsausfall für einen Zeitraum von 105 Tagen. Das Geschädigte kann Nutzungsausfall bis zur Schadensbehebung für einen angemessenen Zeitraum verlangen kann, wenn der Nutzungswille und eine hypothetische Nutzungsmöglichkeit vorliegen.
 
Auch wenn die Klägerin mangels Reparatur gut ein 1/4 Jahr auf das Fahrzeug verzichten musste, entfällt der Nutzungswille der Klägerin nicht.
 
 

2. Reparaturverzögerungen fallen unter das Werkstatt – und Prognoserisiko und gehen zu Lasten der Versicherung. Überschreitet die Reparaturdauer die im Gutachten kalkulierte Reparaturdauer, kann dies nicht zulasten der Klägerin gehen.

 

3. Es besteht keine Verpflichtung des Unfallgeschädigten, die Reparatur aus eigenen Mitteln oder durch in Anspruchnahme der Vollkaskoversicherung vorzufinanzieren.
Zumal hier ein Fall einer klaren Haftung (Auffahrunfall) auf Seiten der Versicherung gegeben war.

 

4. Hinweispflicht erfüllt: Die geschädigte Klägerin hat die Versicherung mehrfach im Vorfeld der Reparatur darauf hingewiesen, dass sie nicht in der Lage ist, die Reparaturkosten in Höhe von rund 14.000 € aus eigener Tasche vorzufinanzieren.

 

5. Der Geschädigte ist grundsätzlich nicht berechtigt, mit dem Reparaturauftrag zu warten, bis eine Reparatur Übernahme Bestätigung der Versicherung vorliegt. Entstehen durch das Warten höhere Kosten durch Nutzungsausfall oder Mietwagen, muss sich der Geschädigte den Vorwurf gefallen lassen, gegen die Schadenminderungspflicht zu verstoßen.

Die Lösung des Problems liegt in dem Hinweis auf die fehlende Möglichkeit zur Vorfinanzierung der Reparaturkosten und Anforderung eines angemessenen Kostenvorschusses in Höhe der Reparaturkosten.

Desinfektionskosten

Im Zuge der Corona Pandemie sind auch die Versicherungen weiterhin kreativ, was die Erforderlichkeit einzelner Reparaturkosten, vor allem der derzeit notwendigen Desinfektionskosten angeht.

Erfreulicherweise ist eine Mehrheit der Gerichte – mit Ausnahme weniger Ausreißer – der Auffassung, dass auch die Desinfektionskosten von der Versicherungen zu erstatten sind.


Wann muss die Haftpflichtversicherung nach einem Verkehrsunfall den Schaden bezahlen?

Die Frage, wie lange die Versicherung Zeit hat, bis sie zahlen muss, stellt sich jeder, der unverschuldet in einen Verkehrsunfall geraten ist.

4-6 Wochen sollten der Versicherung schon eingeräumt werden, sagt das OLG Dresden in seiner Entscheidung vom 26.10.2020, 4 W 640/20.

Das OLG Dresden hatte über einen Fall zu entscheiden, bei dem der Geschädigte Klage eingereicht hatte, ohne der Versicherung ausreichend Gelegenheit für die Schadensregulierung zu geben. In diesem Fall hat das Gericht die Klageerhebung als verfrüht angesehen und entschieden, dass der Kläger die Kosten des Verfahrens tragen muss.

Setzen Sie eine angemessene Regulierungsfrist.

Das OLG ist der Meinung, dass man nicht verfrüht Klage erheben darf und sieht die verfrühte Klageerhebung durchaus bei Unterschreitung einer Regulierungsdauer von 4 bis 6 Wochen. In Einzelfällen kann auch eine längere Regulierungsfrist angemessen sein. Das hängt jeweils von den Umständen des einzelnen Falls ab.

Um das Risiko der verfrühten Klage zu vermeiden, sollten Sie der Versicherung eine angemessene Regulierungsfrist von 4-6 Wochen einräumen, bevor Sie über eine Klage nachdenken.

Im ersten Schritt schicken Sie der Versicherung eine Schadenaufstellung und fügen sämtliche Nachweise bei, die Ihre Forderungen belegen.

In diesem Schreiben setzen Sie der Versicherung eine angemessene Frist von 4 – 6 Wochen und nennen ein konkretes Datum, bis wann Sie die Zahlung von der Versicherung erwarten. Anhand dieses Schreibens muss für die Versicherung klar und deutlich erkennbar sein, was Sie von ihr verlangen und bis wann Sie die die Zahlung erwarten.

OLG Frankfurt am Main: 4 Wochen Regulierungsfrist sind ausreichend

Das OLG Frankfurt hat am 6. Februar 2018 entschieden, dass es eine Regulierungsfrist von maximal 4 Wochen für ausreichend hält. Die Frankfurter Richter haben darauf verwiesen, dass es unter Berücksichtigung der heutigen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten ausreichend ist, wenn man der Versicherung 4 Wochen Zeit gibt, um einen Unfallschaden zu regulieren.

Die Richter in Dresden sehen das anders. Sie sind der Auffassung, dass es nicht nur auf die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten ankommt, sondern auch andere Aspekte bei der Regulierung eine Rolle spielen, weshalb durchaus auch mehr als 4 Wochen in Betracht kommen können.

Die Versicherung muss sich mit der Regulierung in Verzug befinden.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Versicherung sich mit der Regulierung in Verzug befindet.

Wann Verzug eintritt hängt davon ab, dass die Versicherung alle erforderlichen Unterlagen erhalten hat, um problemlos regulieren zu können. Das heißt, die Versicherung muss wissen, was genau Sie von ihr wollen.

Zahlt die Versicherung nicht innerhalb der von Ihnen gesetzten Frist, müssen Sie die Versicherung noch einmal anmahnen, damit Verzug eintritt.

Wenn dann auch noch die Regulierungsfrist von 4-6 Wochen abgelaufen, können Sie risikolos Klage erheben. Denn dann hat die Versicherung zur Klageerhebung Anlass gegeben.

Versicherung hat zur Klage Erhebung Anlass gegeben.

Was die Richter unter diesem Anlass verstehen, erklären Sie in ihrer Entscheidung auch:

D. h. der Geschädigte muss den Eindruck haben, dass er ohne Prozess gegen die Versicherung nicht zu seinem Recht kommt.

Wann beginnt die Regulierungsfrist zu laufen?

Die Frist zur 4- bis 6-wöchigen Regulierung beginnt dann, wenn Sie der Versicherung ein spezifiziertes Anspruchsschreiben geschickt haben. Ein spezifiziertes Anspruchsschreiben

  • enthält eine Liste der geforderten Positionen,
  • einschließlich der geforderten Beträge, und
  • die dazugehörigen Belege (Kostenvoranschlag / Gutachten / Rechnungen / etc.).

Bei einfach gelagerten Fällen geht es natürlich auch andersrum. Da können sogar auch zwei Wochen ausreichend sein. Ein einfach gelagerter Fall liegt z.B. vor, wenn der Unfallverursacher der Versicherung sofort den Schaden gemeldet hat und es bezüglich der Schadenshöhe und des Unfallhergangs keine Zweifel für die Versicherung gibt, dass sie für den Schaden aufkommen muss.

Kaskoversicherung kürzt die Reparaturkosten

Sie haben einen Kaskoschaden, bringen Ihr Auto in die Werkstatt zur Reparatur, zahlen die Selbstbeteiligung an die Werkstatt und bitten die Werkstatt den Rest zu übernehmen.

Die Reparatur ist erledigt, die Werkstatt hat die Rechnung bei der Versicherung eingereicht und Sie glauben, damit ist alles erledigt.

Bis das Schreiben von der Werkstatt bei Ihnen im Briefkasten liegt, mit der Bitte, die restlichen Reparaturkosten zu überweisen.

Kürzungen vermehrt auch beim Kaskoschaden

Auf einmal haben Sie eine offene Rechnung von 3, 4 oder 500 € auf dem Tisch. Für Sie heißt das, dass Sie neben Ihrer Selbstbeteiligung die restlichen Reparaturkosten bezahlen sollen, obwohl Sie für Ihre Kaskoversicherung doch monatlich bzw. jährlich Versicherungsbeiträge bezahlen.

Was bei der Haftpflichtversicherung im Unfallschaden schon Gang und Gäbe ist, hält inzwischen auch bei den Kaskoversicherern Einzug.

Kürzungen der Reparaturrechnungen sind keine Seltenheit mehr.

Nachforderung zwecklos?

Sie fordern die Kaskoversicherung auf, die restlichen Reparaturkosten zu erstatten und erhalten lediglich ein Ablehnungsschreiben von der Versicherung und was jetzt?

Meistens stoßen Sie bei der Versicherung auf taube Ohren und Ablehnung.

Was können Sie dagegen tun?

Schauen Sie, was Ihr Versicherungsvertrag regelt.

Was steht in den Kaskobedingungen?

Wichtig ist, was in Ihren Kaskobedingungen dazu geregelt ist. Was muss die Versicherung von den Reparaturkosten tatsächlich bezahlen?

Die Antwort finden Sie im Punkte A.2.6. der allgemeinen Versicherungsbedingungen. Im Absatz zu „Leistung bei Beschädigung“ steht, was die Versicherung im Reparaturfall bezahlt.

Wenn Sie folgende Klausel in Ihren Bedingungen haben:

Wird das Fahrzeug vollständig und fachgerecht repariert, zahlen wir die hierfür erforderlichen Kosten zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes, wenn sie dies durch eine Rechnung nachweisen.

A.2.6.2 AKB

ist der Fall klar.

Die Versicherung hat die Reparaturkosten – die erforderlichen Kosten – vollständig zu bezahlen. Die Ablehnung ist rechtswidrig und widerspricht der vertraglichen Vereinbarung.

Kürzungen sind inakzeptabel

Ist Ihre Versicherung der Meinung ist, dass die Reparaturkosten von der Werkstatt zu hoch bemessen sind, muss die Versicherung das auch beweisen.

Aber nicht durch einen Prüfbericht.

Die Versicherung darf sich nicht einfach zurücklehnen und behaupten, dass irgendwelche Kosten zu hoch sind und deshalb nicht bezahlt werden.

Was hat es mit dem Prüfbericht auf sich?

Die Versicherung hat ihrer Abrechnung einen Prüfbericht beigefügt. Die Reparaturrechnung wurde geprüft und für zu hoch befunden.

Es werden einige Rechnungspositionen hervorgehoben, die angeblich zu teuer abgerechnet wurden und deshalb gekürzt werden mussten.

Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern. Der Prüfbericht hält in den allermeisten Fällen einer rechtlichen Prüfung nicht stand.

Klagen mögen die Versicherungen nicht

Meinem Mandanten hat die Kaskoversicherung die Rechnung um 536,30 € gekürzt. Eine außergerichtliche Aufforderung meines Mandanten an die Versicherung, den Betrag umgehend zu erstatten, war erfolglos.

Wir haben dann gegen die Versicherung Klage eingereicht auf Zahlung der gekürzten Kosten. Direkt nach Klagezustellung wurden die 536,30 € zuzüglich Zinsen und der notwendigen Auslagen des Mandanten (Gerichts- und Rechtsanwaltskosten) von der Versicherung vollständig erstattet.

Der Mandant war dankbar, dass alles so reibungslos geklappt hat.

Sie haben ein ähnliches Problem? Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen gerne weiter.

– 0911 956 999 44 –

Verbringungskosten einklagen

Die Versicherung kürzt die Schadensersatzansprüche meine Mandanten um 265,40 €. Es handelt sich um restliche Mietwagen- und Reparaturkosten / Verbringungskosten.

Trotz ausdrücklicher Nachforderung war die Versicherung außergerichtlich nicht bereit, die Kosten zu erstatten.

Die Klage wurde eingereicht. Nach Klagezustellung hat die Versicherung klein beigegeben und den Betrag überwiesen.

Mein Mandant, Geschädigter und Kläger hat durch den Unfall keinen Verlust erlitten, da er bereit war, die Kürzungen nicht zu akzeptieren, sondern für seine Rechte zu kämpfen.

 

Nehmen Sie unberechtigte Kürzungen der Versicherungen nicht einfach hin. Wehren Sie sich. Auch wenn Sie – ohne Rechtsschutzversicherung – erst einmal die Gerichtskosten vorstrecken müssen. Die Zeche zahlt am Ende die Versicherung, die den Prozess verliert.

Warum sollten Sie denn der Versicherung hunderte von Euro schenken?

 

Benötigen Sie Hilfe? Schreiben Sie mir, oder rufen einfach an – ich helfe Ihnen gerne weiter. 

Kürzungen bei fiktiver Abrechnung? Was tun?

Letzte Woche bekam ich die Anfrage eines Lesers wegen Kürzungen der Versicherung in einem Fall der fiktiven Abrechnung:

 

Der Versicherung wurde ein Gutachten eingereicht. Die Reparaturkosten sollten dem Geschädigten auf  Basis des Gutachtens ausbezahlt werden. Die Versicherung rechnete ab und nahm folgende Kürzungen vor:

 

– Arbeitslohn 23,-€

– Verbringungskosten 114,-€

– Werkstattalternative 104,75 €

– Ersatzteile 24,23€

 

Sind die Abzüge rechtens? Oder muss die Versicherung alles bezahlen, was im Gutachten steht?

 

Den einzigen Abzug, den die Versicherung machen darf ist die Position Werkstattalternative, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

 

  • das Auto ist älter als 3 Jahre und

  • es ist nicht scheckheftgepflegt.

 

Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, darf die Versicherung nicht mal die Kosten für die Alternativwerkstatt abziehen.

 

Was tun?

→ Akzeptieren Sie diese Kürzungen nicht,

→ fordern Sie die Versicherung zur Nachzahlung auf, 

→ setzen Sie eine Frist von 1 Woche damit Verzug eintritt,

→ verstreicht die Frist, klagen Sie den Betrag + Verzugszinsen ein.

Autounfall und Teilschuld – So sparen Sie eine Menge Geld


50% Teilschuld am Unfall bedeutet 50% des Schadens selber tragen.

Nicht, wenn Sie eine Vollkaskoversicherung haben. Wenn Sie Ihre Kaskoversicherung mit ins Boot holen sparen Sie Geld.

Denn durch eine kombinierte Abrechnung von Kaskoversicherung und Haftpflichtversicherung des Unfallgegners kann der Schaden gewaltig reduziert werden.

Wie zeige ich Ihnen mit der nachfolgenden Beispielberechnung:


Stellen Sie sich folgenden Schaden vor:

Reparaturkosten 7.500,00 €
Wertminderung     500,00 €
Sachverständigenkosten 1.000,00 €
Abschleppkosten     500,00 €
Mietwagen     770,00 €
Kostenpauschale       30,00 €
Gesamtschaden 10.300,00 €


Rechnen Sie einfach mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung ab, bekommen Sie bei einer Teilschuld von 50% von der Versicherung 5. 150,00 €. Den Rest müssen Sie selbst bezahlen.

Nächstes Beispiel:

Nehmen Sie an, Sie haben eine Vollkaskoversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 500,00 €.

Dann zahlt Ihnen die Kasko die Reparaturkosten minus Selbstbeteiligung, also
7.000,00 € Reparaturkosten.

5.150,00 € bekommen Sie von der Gegenseite.

Von 10.300,00 € Gesamtschaden deckt die Kasko 7.000,00 € ab; es bleiben noch 3.300,00 € übrig.

Jetzt haben Sie zusätzlich noch die 5.150,00 € von der Gegenseite.

Davon dürfen Sie die sogenannten quotenbevorrechtigten Schadenspositionen zu 100% verrechnen. Das sind

  • die Selbstbeteiligung 500,00 €
  • die Sachverständigenkosten 1.000,00 €,
  • die Wertminderung 500,00 € und
  • die Abschleppkosten 500,00 €.

Somit sind weitere 2.500,00 € abgedeckt.

Die Mietwagenkosten und die Kostenpauschale dürfen als nicht quotenbevorrechtigten Schadenspositionen nur in Höhe der Haftungsquote (50 %) verrechnet worden. Das wären 400,00 €.


Am Ende ergibt sich dann folgende Berechnung:

Zahlung der Vollkaskoversicherung 7.000,00 €
Zahlung gegnerischen Haftpflichtversicherung  5.150,00 € 
minus 2.500,00 € Verrechnung auf die bevorrechtigten Positionen
minus 400,00 € Verrechnung auf die nicht bevorrechtigten Positionen

Verbleibt von der Zahlung der Gegenseite ein Rest in Höhe von 2.250,00 €.

Dieser Rest wird an Ihre Vollkaskoversicher­ung ausbezahlt und Sie haben statt eines Schadens in Höhe von 5.150,00 € lediglich 400,00 € selbst zu tragen.

Entsteht Ihnen bei der Kasko ein Prämienschaden, können Sie diesen Schaden auch noch zu 50 % von der gegnerischen Versicherung verlangen.

Fazit:

Wenn Sie an einem Unfall mit schuld sind und eine Vollkaskoversicherung für Ihr Auto haben, sollten Sie auf jeden Fall prüfen, ob Sie die Kasko mit ins Boot nehmen. Es zahlt sich am Ende auf jeden Fall aus.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben, oder mich anrufen. Ich helfe Ihnen gerne weiter.

Nutzungsfall: So berechnen Sie die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung nach einem Unfall

In diesem Artikel erhalten Sie die Antworten auf Ihre Fragen zum Nutzungsausfall: 

  1. Wann habe ich Anspruch Nutzungsausfall?
  2. Wie viel Nutzungsausfall steht mir zu?
  3. Wie kann ich den Nutzungsausfall berechnen?

Sie haben Fragen? Jetzt kostenlosen Telefontermin vereinbaren.


1. Wann habe ich Anspruch auf Nutzungsausfall?


Immer dann, wenn Ihr Auto tatsächlich ausfällt und nicht mehr gefahren werden kann. Das Auto muss also wegen des Schadens zur Reparatur, ist nicht mehr fahrfähig oder sie müssen ein anderes Auto kaufen.

Sobald das Auto nicht mehr verkehrssicher ist und sie ist deshalb nicht mehr nutzen dürfen, steht ebenfalls Anspruch auf Nutzungsausfall.

Sie müssen einen Nutzungswillen haben und die Möglichkeit zur Nutzung.

Nutzungswille heißt, Sie benötigen das Auto normalerweise, um zur Arbeit zu fahren, Fahrten für die Familie zu machen oder auch für Urlaubsfahrten. Immer dann, wenn das Auto fest für Fahrten eingeplant ist und genutzt wird und diese planmäßige Nutzung aufgrund des Unfallschadens wegfällt, besteht Nutzungswille.

Außerdem ist die Nutzungsmöglichkeit Voraussetzung für den Nutzungsausfall.

Wenn Sie wegen einer unfallbedingten Verletzungen im Krankenhaus liegen und niemand anders aus der Familie das Auto nutzen will, ist eine Nutzungsmöglichkeit nicht gegeben.

Auch bei Urlaub, der ohne Auto geplant war, fehlt es an der Nutzungsmöglichkeit.

Anspruch auf Nutzungsausfall besteht also immer dann,

  • wenn das Auto ausfällt,
  • wenn ein Nutzungswille besteht
  • wenn eine Nutzungsmöglichkeit gegeben ist.

2. Wie viel Nutzungsausfall bekomme ich?


Die gesamte Ausfalldauer, die nicht in Ihren Einflussbereich fällt, ist Ihnen zu entschädigen.

Hierzu zählen:

  • Wartezeit auf das Gutachten
  • angemessene Zeit zum überlegen, ob das Auto repariert wird
  • Wiederbeschaffungsdauer laut Gutachten oder
  • Reparaturdauer
  • Regulierungszeit der Versicherung

Bei der Regulierungszeit der Versicherung ist zu beachten, dass Sie gleich am Anfang die Versicherung darauf hinweisen, dass ohne die Schadensersatzzahlung eine Reparatur oder Ersatzbeschaffung nicht möglich ist. Wenn die Versicherung unbeeindruckt von diesem Hinweis mehrere Wochen für die Regulierung braucht, können Sie für diesen gesamten Zeitraum Nutzungsausfall geltend machen.

Auch während der Coronazeit haben sich längere Ausfallzeiten ergeben. Hierzu ist auch folgender Artikel interessant.

 

Außerdem gibt es für die Fahrzeuge unterschiedliche Tagespauschalen. Die Höhe der täglichen Nutzungsausfallpauschale ist wiederum abhängig von der Fahrzeugklasse.

Schauen Sie einmal das Gutachten, ob Ihr Gutachter zu der Fahrzeugklasse und Nutzungsausfall pauschale Angaben gemacht hat.

 

3. Wie kann ich den Nutzungsausfall selber berechnen?

Wenn Sie kein Gutachten haben, können Sie folgende Werte zugrunde legen:

Klasse Tagespauschale in € Leistung kW*
A 23 51
B 29 63
C 35 74
D 38 80
E 43 85
F 50 100
G 59 149
H 65 176
J 79 223
K 119 280
L 175 327

*es handelt sich um Richtwerte, da die Höhe des Nutzungausfalls auch von Typ und Ausstattung abhängt.

Ein neuer Audi A1 1,4 TFSI mit 90 kW kann je nach Ausstattung in Gruppe D oder E fallen.

Außerdem spielt das Alter und die Ausstattung eine Rolle bei der Höhe der täglichen Nutzungsausfallpauschale. Ist Ihr Auto

  • älter als 5 Jahre, wird eine Gruppe niedriger angesetzt
  • älter als 10 Jahre, wird 2 Gruppen niedriger angesetzt. 

Sie haben Fragen? Jetzt kostenlosen Telefontermin vereinbaren.


 

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