Schlagwort: wirtschaftlicher Totalschaden

Weiterer Schadensersatz in Höhe von rund 1.600,00 € erfolgreich gerichtlich durchgesetzt.

Eingeklagt wurden

  • 178,75 € weitere Mietwagenkosten,
  • 126,14 € Sachverständigenkosten,
  • 30,00 € Kostenpauschale,
  • 1.472,00 € Nutzungsausfall für 64 Tage.

Das Fahrzeug der Mandantin wurde bei einem Auffahrunfall durch das bei der Beklagten versicherte Fahrzeug erheblich geschädigt. An ihrem Fahrzeug trat ein wirtschaftlicher Totalschaden ein.

Die Mandantin hat den Schaden allerdings wieder instand setzen lassen, um ihren Wagen weiterhin nutzen zu können.

Für die ersten Tage benötigte sie einen Mietwagen. Danach konnte sie sich anderweitig behelfen, allerdings war die gegnerische Versicherung nicht bereit, den Nutzungsausfall in Höhe von 1.472,00 € außergerichtlich zu erstatten.

Zu berücksichtigen ist, dass sich der Unfall im Oktober ereignete, die Versicherung sofort darauf hingewiesen wurde, dass die geschädigte Mandantin unbedingt auf die Schadensersatzzahlung angewiesen ist, um weitere Dispositionen treffen zu können. Trotz klarer Haftung ging die erste Zahlung erst Mitte Dezember ein, was die Dauer und Höhe des Nutzungsausfalls erklärt.

Das Gericht sprach den Nutzungsausfall in voller Höhe zu, weitere Sachverständigenkosten in Höhe von 95,36 € sowie die Kostenpauschale in Höhe von 25,00 €. Die Mietwagenrechnung sah das Gericht als überhöht und damit nicht in voller Höhe erstattungsfähig an.

Hätte die Mandantin die Regulierung der Versicherung einfach akzeptiert, hätte sie rund 1.600,00 € verloren und die Versicherung auf Kosten meiner Mandantin gespart.

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Benzinrest bei Totalschaden

Gerade getankt, 100 € in die Tankfüllung investiert und 2 Minuten später nimmt Ihnen so ein Troll die Vorfahrt. Nach dem Unfall hat Ihr Fahrzeug nur noch Schrottwert und ist ein Fall für den Restwerthändler.

Was ist denn jetzt eigentlich mit der Tankfüllung? Immerhin sind hier gerade 100 € für einen vollen Tank verloren gegangen.

Einen Schaden haben Sie in Höhe des nicht verbrauchten Sprits und dieser ist ihnen auch zu ersetzen.

Wie gehen Sie am besten vor?

Machen Sie Ihren Gutachter darauf aufmerksam, dass der Tank voll ist und bitten Sie ihn, von der Tankanzeige ein Foto mit ins Gutachten aufzunehmen. Dann haben Sie einen Beweis für den Benzinstand zum Zeitpunkt des Unfalls.

Zusätzlich reichen Sie bei der Versicherung die Tankquittung mit ein, um die Höhe der Kosten für das Tanken nachzuweisen.

Wenn Sie diese nicht mitgenommen haben, kann auch der Kontoauszug mit der Abbuchung als Beleg herhalten.

Haben Sie bar bezahlt, ist zumindest des Foto von der Tankanzeige mit dem vollen Tank ein Beweis. Das reicht zumindest, um sich einen Großteil der Tankfüllung von der Versicherung wiederzuholen.

Wirtschaftlicher Totalschaden: Welche Ansprüche haben Sie gegen die Versicherung?

Ein wirtschaftlicher Totalschaden nach einem Verkehrsunfall ist eine sehr ärgerliche Angelegenheit. Vor allem dann, wenn das Fahrzeug nicht mehr fahrfähig ist und die Reparaturkosten so hoch sind, dass eine Reparatur definitiv ausscheidet.

Was bedeutet wirtschaftlicher Totalschaden?

Zu unterscheiden ist der wirtschaftliche Totalschaden vom technischen Totalschaden. Bei Letzterem scheidet eine Reparatur aufgrund des Schadens komplett aus, das Fahrzeug gilt als irreparabel. Beim wirtschaftlichen Totalschaden wäre eine Reparatur zwar technisch denkbar, gilt aber als wirtschaftlich unvernünftig ist. Von einem wirtschaftlichen Totalschaden ist dann die Rede, wenn sich eine Reparatur aus finanziellen Gründen nicht mehr rentiert. Wenn die Reparaturkosten ein Vielfaches höher sind, als der Wiederbeschaffungswert Ihres Autos.

Im Fall des wirtschaftlichen Totalschadens bezahlt die Versicherung nur den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs abzüglich des Restwertes. Der Wiederbeschaffungswert ist der Betrag, den das Auto vor dem Unfall noch wert war. Bei dem Restwert handelt es sich um den verbleibenden Wert des Fahrzeugs mit dem Unfallschaden.

Gerade bei älteren Fahrzeugen läuft man schnell Gefahr, in den Bereich des wirtschaftlichen Totalschadens zu kommen. Wenn Sie sich morgens ins Fahrzeug gesetzt haben, um zur Arbeit zu fahren und noch ein völlig fahrtaugliches Auto hatten, kann es sein, dass Sie kurze Zeit später nach dem Unfall quasi mit leeren Händen dastehen, da Ihnen nur noch ein minimaler Betrag erstattet wird.

Was zahlt die Versicherung wenn ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt?

Im Schadensgutachten werden die Reparaturkosten aufgeführt. Außerdem findet der Wiederbeschaffungswert und der Restwert im Gutachten Erwähnung. Sollte es sich noch um ein vergleichsweise neuwertiges Fahrzeug handeln, wird auch eine Wertminderung im Gutachten aufgeführt.

Sobald der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts einen geringeren Betrag ergibt als die Reparaturkosten ohne Mehrwertsteuer, wird auf Basis des Totalschadens abgerechnet. Hier spricht man auch von dem Wiederbeschaffungsaufwand.

In diesem Fall erstattet die Versicherung auch keine Wertminderung.

Die Versicherung zahlt also nur die Differenz Wiederbeschaffungswert minus Restwert.

Wann Sie trotzdem reparieren dürfen

In diesem Video zeige ich Ihnen wie die Reparatur in der 130% Grenze funktioniert:

wirtschaftlicher Totalschaden

Eine Möglichkeit zur Reparatur gibt es, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um maximal 30 % übersteigen. In diesem Fall dürfen Sie das Fahrzeug reparieren lassen und die Versicherung muss Ihnen die Reparaturkosten erstatten. Allerdings muss eine sach- und fachgerechte Reparatur nach den Vorgaben des Schadensgutachtens erfolgen.

Nicht erlaubt ist, lediglich eine Teilreparatur durchzuführen, um die 130 %-Grenze mit allen Mitteln einhalten zu können. Es dürfen keine Reparaturschritte ausgelassen werden, die im Gutachten kalkuliert wurden.

Was allerdings erlaubt ist, ist eine Reparatur mit gebrauchten Teilen, um in diesem Grenzwert zu bleiben.

Fallen dann im Laufe der Reparatur höhere Kosten an und wird die Opfergrenze überschritten, müssen die höheren Kosten dennoch von der Versicherung erstattet werden.

Der Bundesgerichtshof billigt Ihnen als Unfallopfer das Recht zu, im Rahmen dieser 130%-Grenze reparieren zu dürfen, da in der Regel davon auszugehen ist, dass man sein gewohntes Auto, gerne behalten möchte. Der BGH spricht von Integritätsinteresse oder auch von Opfergrenze. Versicherungen mögen die Reparatur im Rahmen dieser Opfergrenze natürlich nicht, weil die Aufwendungen in diesen Fällen wesentlich höher sind, als bei der Totalschadensabrechnung. Im Gegenzug wird aber von Ihnen verlangt, dass Sie Ihr Interesse an der Reparatur und dem Erhalt des Fahrzeugs nachweisen.

Sofern eine Reparatur durchgeführt wird, sind Sie verpflichtet, das Fahrzeug noch mindestens sechs Monate ab dem Unfalldatum zu behalten und der Versicherung gegen Aufforderung nachzuweisen, dass Sie das Auto immer noch haben. Wenn Sie den Wagen früher verkaufen, kann die Versicherung die Reparaturkosten von Ihnen zurückverlangen und Sie auf die günstigere Totalschadensabrechnung verweisen.

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Verkauf des Unfallfahrzeugs zum Restwert laut Gutachten

Liegt nach dem Unfall am Fahrzeug ein (wirtschaftlicher) Totalschaden vor, ermittelt der Gutachter einen Restwert für das Fahrzeug, zu dem der Wagen bei einem lokalen Restwerthändler verkauft werden kann.
Die Versicherung des Unfallverursachers kommt nach einigen Tagen/Wochen mit einem anderen – selbstverständlich höheren – Restwertangebot, das in der Regel von einem nicht örtlichen Händler stammt, und legt dieses Restwertangebot ihrer Abrechnung zugrunde.
Wendet man ein, dass das beschädigte Fahrzeug bereits verkauft worden sei, muss man sich von der einen oder anderen Versicherung anhören, dass man bis zur Vorlage des Restwertangebotes der Versicherung mit dem Verkauf hätte warten müssen. Das ist natürlich absoluter Unsinn. Sobald der Gutachter einen Restwert ermittelt hat, können Sie entscheiden, was Sie mit dem Auto machen. Keiner kann von Ihnen verlangen, dass Sie, teilweise sogar wochenlag warten, bis die Versicherung Ihnen ein anderes Restwertangebot schickt.