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Gutachterkosten – wann darf die Versicherung die Zahlung verweigern?

Erstattungsfähigkeit von Gutachterkosten

Beauftragt die gegnerische Versicherung parallel zum Unfallgeschädigten einen Gutachter, darf die Versicherung  die Erstattung der Kosten für den vom Geschädigten selbst beauftragten Gutachter nicht verweigern.

Es spielt nämlich keine Rolle, wer schneller bei der Auftragsvergabe war.

Die Versicherung darf nur dann die Zahlung verweigern, wenn der Geschädigte mit der Versicherung vereinbart hat, dass die einen Gutachter schickt. Macht sie das aber von sich aus, muss sie auch die Kosten des anderen Sachverständigen erstatten. Der Geschädigte darf grundsätzlich einen eigenen Gutachter beauftragen.

 

Ich habe mit der Versicherung telefoniert und im Rahmen dieses Telefonats hat die Versicherung mir gesagt, sie schickt mir einen Gutachter. Habe ich trotzdem noch Anspruch auf einen eigenen Gutachter?

Wenn die Versicherung von sich aus einen Gutachter schickt, ohne dass dies ausdrücklich mit Ihnen abgestimmt ist, können Sie selbst auf Kosten der Versicherung noch einen Gutachter beauftragen.

 

Ich habe mit der Versicherung ausgemacht, dass der Gutachter über die Versicherung beauftragt wird.

In diesem Fall muss die Versicherung Ihnen keinen weiteren Gutachter bezahlen. Dann müssen Sie sich auch an die Vereinbarung mit der Versicherung halten und den Versicherungsgutachter akzeptieren.

 

Steigende Kosten bei Ersatzteilen – wird die Luft auf dem Regulierungsmarkt noch dünner?

I. Vista @ pixelio.de

Auf Autohaus.de war letzte Woche zu lesen, dass der GdV in den letzten Jahren deutlich steigende Preise bei den Ersatzteilen beobachtet hat. Beim GdV handelt es sich um den Dachverband der deutschen Versicherer. Laut GdV seien in den letzten 12 Monaten, von August 2017 bis August 2018, die Preise bei Ersatzteilen teilweise um bis zu 7% angestiegen.

Steigende Ersatzteilpreise haben auch zur Folge, dass die Unfallreparaturen damit immer teurer werden. Während der durchschnittliche Unfallschaden 2013 noch 2.400,00 € gekostet hat, schlägt die Reparatur heute schon mit 2.700,00 € zu Buche. Das heißt, in den letzten 5 Jahren sind die Reparaturkosten um 12,5 % gestiegen. Diese Preissteigerungen werden die Versicherungen irgendwie ausgleichen müssen. Oder sie sparen Kosten ein. Am besten durch Kürzungen bei den Unfallreparaturen.

Bereits jetzt versuchen die KfZ-Haftpflichtversicherer und mittlerweile auch die Kaskoversicherungen, die Reparaturkosten um jeden Preis niedrig zu halten. Nicht mehr nur bei fiktiven Schadensabrechnungen nach Gutachten, sondern auch bei den tatsächlich durchgeführten Reparaturen wird inzwischen regelmäßig der Rotstift angesetzt. Die Versicherungen schrecken nicht mehr davor zurück, auch Rechnungsbeträge einfach zu kürzen und Unfallgeschädigten ihren Schadensersatz – zumindest teilweise – zu verweigern.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, dass die steigenden Kosten bei den Ersatzteilen zu noch drastischeren Kürzungen bei den Reparaturkosten führen werden, da die Versicherungen diese Kostensteigerungen irgendwie ausgleichen müssen.

Die Luft auf dem Regulierungsmarkt wird damit immer dünner mit der Folge, dass auch die Reparaturwerkstätten schauen müssen, wo sie am Ende bleiben.

Sie müssen sich diese rechtswidrigen Kürzungen der Versicherungen nicht gefallen lassen. Nehmen Sie auch als Werkstatt von Anfang an den Anwalt bei der Schadensregulierung mit ins Boot. Dann haben Sie am Ende des Jahres mehr Geld in der Kasse.

 

Zum Artikel auf Autohaus.de

Zum Beitrag des GDV

 

Mehr zu diesem Thema:

Die Huk braucht Druck

AG Fürth verurteilt zur Zahlung der Verbringungskosten

Versicherung kürzt Reparaturkosten – So wehren Sie sich.

 

Abtretung der Reparaturkosten – Werkstattregress

Werkstattregress – das neue Spielfeld der Haftpflichtversicherer

Kennen Sie das auch. Die Versicherung will die Reparaturkosten nur dann bezahlen, wenn Sie Ihren Anspruch auf Erstattung der Reparaturkosten an die Versicherung abtreten?

Was hat es denn mit dem Werkstattregress auf sich?

Seit ca. einem Jahr – wir haben jetzt Herbst 2018 – fordern die Versicherer teilweise von den Unfallgeschädigten eine Abtretungserklärung im Gegenzug zur Zahlung der vollständigen Reparaturkosten, um dann die Reparaturwerkstatt in Regress zu nehmen.

Hintergrund ist, dass die Versicherungen zum Teil behaupten, dass von den Werkstätten Arbeiten oder auch Ersatzteile in Rechnung gestellt wurden, die in der Rechnung nichts zu suchen hätten. Für einen solchen Fall will sich die Versicherung die Möglichkeit offen halten, gegen die Werkstatt direkt vorzugehen.

 

Ihr Recht: Volle Erstattung der Reparaturkosten

Prinzipiell muss die Versicherung Ihnen bei einer klaren Haftung den Unfallschaden erstatten und selbst dann Reparaturkosten bezahlen, wenn diese nach Auffassung der Versicherung überhöht sind. Im Normalfall ist es so, dass die Versicherung die Zahlung verweigert und Sie schauen müssen, dass Sie irgendwie an das Geld herankommen. Sie sitzen in dem Fall immer zwischen den Stühlen. Die Werkstatt will für die durchgeführte Reparatur – zu recht – ihr Geld haben, auf der anderen Seite haben Sie eine Versicherung, die zwar eigentlich zahlen müsste, aber nicht zahlen will.

In den meisten Fällen müssen Sie mit den Versicherungen streiten, damit Sie an Ihr Geld kommen.

 

Die Abtretung der Reparaturkosten als Alternative

Alternativ gibt es die Möglichkeit, dass sich die Versicherung gegen Erhalt einer Abtretungserklärung  bereit erklärt, die Reparaturkosten vollständig zu bezahlen. Im Gegenzug verlangt die Versicherung wiederum, dass Sie Ihre Ansprüche auf Bezahlung der Reparaturkosten an die Versicherung abtreten, damit diese sich direkt an die Werkstatt wenden kann, wenn die Versicherung den Eindruck hat das die Rechnung nicht korrekt sei.

 

Anspruch auf Abtretung

Grundsätzlich hat die Versicherung erst einmal das Recht eine solche Abtretung zu verlangen. Schließlich muss sie im Gegenzug die kompletten Reparaturkosten bezahlen mit dem Risiko, dass vielleicht nicht alles korrekt gelaufen ist.

 

Schadensgutachten als Reparaturleitfaden

Der reguläre Gang der Schadensregulierung ist so, dass Sie vor der Reparatur einen Gutachter beauftragen, die Schadenshöhe zu kalkulieren und Reparaturweg und -dauer zu ermitteln. Dieses Gutachten ist dann auch der Leitfaden für die Werkstatt für die durchzuführenden Reparaturarbeiten. D. h. die Werkstatt darf sich darauf verlassen was im Gutachten steht.

Kommt jetzt die Versicherung mit dem Argument, die Reparatur sei in diesem Umfang gar nicht erforderlich gewesen was die Werkstatt da berechnet hat und verweigert die Zahlung eines Teils der Reparaturkosten, können Sie wiederum mit der Versicherung vereinbaren, dass diese gegen eine entsprechende Abtretungserklärung die vollständigen Reparaturkosten übernimmt und sich dann direkt an die Werkstatt.

 

Vorteile der Abtretung

Für Sie hat das den Vorteil, dass Sie aus der Sache raus sind. Für die Werkstatt hat es den Vorteil, dass Sie erst einmal ihr Geld erhält. Fairerweise sollten Sie Ihre Werkstatt natürlich informieren, dass Sie gegenüber der Versicherung eine solche Abtretungserklärung abgegeben haben und die Werkstatt damit rechnen muss, dass seitens der Versicherung Rückforderungsansprüche gestellt werden.

Das ist überhaupt kein Problem, wenn alles sauber gelaufen ist.

Hat die Werkstatt entsprechend dem Gutachten repariert und nur Arbeiten in Rechnung gestellt, die auch tatsächlich durchgeführt wurden, dann hat sie bezüglich dieser Abtretungserklärung nichts zu befürchten, da Rückforderungsansprüche der Versicherung ins Leere gehen.

Sollten irgendwelche Arbeiten in Rechnung gestellt worden sein, die in der Rechnung nichts zu suchen haben, dann ist es allerdings auch fair, wenn Sie als Unfallgeschädigter nicht zwischen den Stühlen sitzen, sondern die Werkstatt sich direkt mit der Versicherung auseinandersetzen muss und im Falle von unberechtigten Rechnungspositionen gegebenenfalls auch Rückzahlungen leisten muss.

Nachdem dies allerdings keinen Normalfall darstellt können Sie bedenkenlos gegenüber der Versicherung die Abtretungserklärung abgeben und die Werkstatt kann dennoch gelassen irgendwelchen Rückforderungsansprüchen der Versicherung gegenübertreten. Denn normalerweise passt doch alles.

 

Attestkosten

Sind Sie bei dem Unfall verletzt worden, müssen Ihre Verletzungen von einem Arzt dokumentiert werden. Dieses Attest wird von der Versicherung im Regelfall direkt beim Arzt angefordert und zur Verfügung gestellt, was den Vorteil hat, daß Sie die Kosten für das Attest nicht vorschießen müssen. Der Arzt rechnet in dem Fall direkt mit der Versicherung ab.
Empfehlenswert ist jedoch eine andere Vorgehensweise, das Attest selbst direkt beim Arzt anzufordern, da Sie als Besteller dann bessere Möglichkeiten haben Nachbesserungswünsche zu stellen , wenn die Informationen lückenhaft sind.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Aspekt ist die persönliche Beziehung zwischen Patient und Arzt. Bei direktem Kontakt fallen die Auskünfte sehr wahrscheinlich umfangreicher und detaillierter aus, als wenn ein Brief von der anonymen Versicherung beantwortet werden soll. Auch wenn Sie das Attest persönlich bei Ihrem Arzt bestellen, werden Ihnen die Kosten hierfür von der Versicherung erstattet. Aber Sie müssen das Geld erst einmal auslegen.

Die HUK braucht Druck

Warum Sie bei der Schadensregulierung – auch bei 100%iger Schuld der Gegenseite – an einer Klage nicht vorbeikommen und es sich lohnt, sich auf die Kürzung der Versicherung auf keinen Fall einzulassen.

Gekürzt hatte die Versicherung Verbringungs-, Sachverständigen- und Mietwagenkosten. Die Wertminderung wurde außergerichtlich überhaupt nicht bezahlt.

Dieses Mal nur als Podcast-Folge zum anhören.

Anwaltskosten

Wer zahlt die Anwaltskosten bei einem unverschuldeten Unfall

Entscheiden Sie sich nach dem Unfall einen Rechtsanwalt einzuschalten, der den Schaden für er Sie reguliert, trägt diese Kosten auch die Versicherung des Unfallverursachers, wenn Sie für den Unfall nichts können.

Selbstverschuldeter Unfall und Anwaltskosten

Bei selbstverschuldeten Unfällen überlassen Sie die Sache einfach Ihrer Versicherung, die kümmert sich um alles.

Anwaltskosten selber berechnen

Anwaltskosten bei Mitschuld

Haben Sie den Unfall mitverursacht, trägt die Versicherung einen Teil der Rechtsanwaltskosten. Fordern Sie von der Versicherung Ihren Schaden unter Beachtung der Mithaftungsquote ein, dann werden die Anwaltskosten voll bezahlt.

Nehmen wir als Beispiel einen Unfall auf dem Supermarktparkplatz. Zwei Autos parken gleichzeitig rückwärts aus und rempeln zusammen. Beide trifft eine Mitschuld von 50%. Ihr Gesamtschaden beläuft sich auf 4000€. 50% davon muß die Gegenseite übernehmen.

Wenn Sie Ihren Anwalt beauftragen, 2000 € Schaden mitder Versicherung zu regulieren, entstehen die Anwaltskosten auch nur aus diesen 2000 €. Die Höhe der Anwaltskosten richtet sich nach der Höhe der Forderung die Sie an die Versicherung richten. Dann wird, obwohl Sie zu 50% Schuld an dem Unfall sind, der Anwalt trotzdem voll von der Versicherung bezahlt.

Fordern Sie aber die vollen 4000€ ein und die Versicherung zahlt nur die Hälfte, richtet sich die Höhe der Anwaltskosten nach den geforderten 4000€. Davon übernimmt die Versicherung die Anwaltskosten aus 2000€ und die Differenz müssen Sie selber zahlen.

Lesen Sie auch meinen weiteren Beitrag zum Thema: Die Anwaltskosten in der Unfallregulierung.

Ab September starten wir in die nächste Runde

Die Stiftung Warentest / Finanztest hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit dem Thema Schadensregulierung und den Kürzungstricks der Versicherer beschäftigt. Auch die Gerichtsentscheidungen, mit eigentlich kaum noch zu überhörenden Hinweisen der Richter an die Geschädigten, sich einen Anwalt zur Hilfe zu holen, nehmen kein Ende.

Was auch kein Ende nimmt ist die Kürzungswelle bei den Versicherungen. Nach wie vor hoch im Rennen sind die Verbringungskosten und die Sachverständigenkosten. Über die weiteren Möglichkeiten, die Versicherungen noch nutzen, um Geld einzusparen werde ich in Zukunft wieder berichten.

Starten werde ich ab September aber zunächst einmal mit „Unfall ABC“. Ich werde Ihnen jeden Anspruch von A-Z vorstellen, den Sie gegenüber der Haftpflichtversicherung haben, der mir eingefallen ist. Darüber wird auch jeweils eine kurze Podcastepisode zum Anhören geben und es wird ein kostenloses E-Book zu dem Thema erscheinen. Wer Interesse an dem E-Book hat schickt mir bitte seine E-Mail-Adresse, damit ich es an Sie versenden kann, sobald das E-Book fertig ist. Eingeladen ist jeder, vom Unfallopfer, über den Gutachter, die Werkstatt und den Anwaltskollegen/-in.

 

Abschleppkosten

Die Abschleppkosten sind nach einem Unfall von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu ersetzen. Dies gilt auch dann, wenn Sie das Abschleppfahrzeug selber gar nicht bestellt haben. Wurde der Wagen zum Beispiel von der Polizei angefordert, um die Unfallstelle so schnell wie möglich zu räumen, muss die Versicherung des Unfallverursachers die Kosten für das Abschleppen übernehmen. Hier kommt es häufig wegen der Höhe der berechneten Kosten zu Diskussionen auf die Sie sich am besten gar nicht einlassen. Vor allem lassen Sie sich bitte nicht auf Einwände der Versicherungen ein, dass Sie zumindest die Preise hätten vergleichen und einen günstigeren Abschleppdienst rufen müssen.

 

Abschleppkosten über weitere Entfernung

Es soll vorkommen, dass sich ein Unfall nicht gerade vor der Haustür eignet, sondern dann, wenn man weiter weg von zu Hause ist. Dann stellt sich Ihnen die Frage, ob Sie den Wagen trotzdem nach Hause zu Ihrer Werkstatt bringen lassen können, oder ob Sie den Wagen in Nähe der Unfallstelle reparieren lassen und dann mit dem reparieren Wagen heimfahren müssen.
In diesem Zusammenhang kommen auch noch weitere Kostenfragen auf Sie zu, nämlich
  • wie kommen Sie wieder nach Hause – mit dem Taxi, mit dem Zug, mit dem Bus.
  • Müssen Sie evtl. sogar übernachten, um am nächsten Tag erst einmal das Wesentliche in die Wege zu leiten.
  • Wie kommen Sie wieder an Ihr Fahrzeug heran bzw. wird dann Ihr Wagen nach durchgeführter Reparatur zu Ihnen gebracht
  • Schlussendlich müssen Sie berücksichtigen, dass auch bei einer Reparatur etwas schief laufen kann und Sie später noch Gewährleistungsansprüche gegen die Werkstatt haben könnten. In dem Fall ist es dann äußerst ungünstig, wenn die Werkstatt 200 km entfernt ist und Sie wegen der Mängel dorthin müssen und nicht in Ihre vertraute Werkstatt gehen können.

 

Amtsgericht München spricht Abschleppkosten über 140 km zu 

Hier hat zum Beispiel das Amtsgericht München (Urteil vom 06.10.2014, 322 C 27990/13) zugunsten eines Unfallgeschädigten entschieden der sein Auto nach einem Unfall in München nach Hause in die Werkstatt nach Illertissen hat abschleppen lassen, um es dort reparieren zu lassen.
Das Amtsgericht München hat entschieden, dass nicht allein die Abschleppkosten wegen der Entfernung maßgeblich sind, sondern dass man alle Kosten die in diesem Zusammenhang mit dem Unfall anfallen, insgesamt gesehen werden müssen.

 

Abschleppkosten allein sind nicht maßgeblich

Schließlich geht es nach einem Unfall nicht allein darum, die Abschleppkosten für das Auto möglich gering zu halten entstehen. Passiert der Unfall weiter von Zuhause weg, fallen Fahrtkosten an, da Sie irgendwie wieder nach Hause kommen müssen. Das heißt, es entstehen Zug- oder Taxikosten um nach Hause zu kommen. Fährt kein Zug mehr und ist kein Taxi zu bekommen, müssten Sie in der Nähe des Unfallortes vielleicht übernachten.
Dann müssten Sie nach beendeter Reparatur wieder an Ihr Auto kommen. Das heißt entweder muss Ihnen das Auto gebracht werden oder Sie müssen es abholen. Auch hierfür fallen wieder Kosten an. Da Ihnen keine Versicherung den Zeitaufwand erstattet, dürfen Sie sich den Wagen auf Kosten der Versicherung nach Hause bringen lassen. Während Sie das vielleicht noch als tollen Service verbuchen, kommt der Ärger spätestens dann, wenn bei der Reparatur etwas schief gelaufen ist und Sie gegen die Werkstatt Gewährleistungsansprüche haben. Die ist aber weit weg und das Auto muss wieder dort hin.

 

AG Rosenheim spricht Abschleppkosten über 120 km zu

Im Ergebnis müssen Sie kurz überschlagen, welche Kosten bei welcher Alternative entstehen. Wenn Sie unterm Strich durch das Abschleppen nach Hause in Ihre vertraute Werkstatt günstiger kommen oder zumindest nicht wesentlich über den Kosten liegen, die bei einer Reparatur in der Nähe des Unfallortes entstanden werden, dürfen Sie Ihr Fahrzeug auch in die Heimatwerkstatt bringen lassen.
Eine weitere Entscheidung hierzu gibt es vom AG Rosenheim (Urteil vom 12.05.2017, 8 C 90/17) .
Sollte die gegnerische Versicherung in Ihrem Fall mit Diskussionen anfangen, können Sie die entstandenen Kosten durchaus mit einer Gegenüberstellung der jeweiligen Kosten begründen.

 

Ansprüche nach einem Verkehrsunfall – Schadensersatz

Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall können Sie gegenüber der Haftpflichtversicherung des Verursachers Schadensersatzansprüche haben auf:

Abschleppkosten
Anwalt
ärztliches Attest
Beerdigung
Behandlung
Benzinrest bei Totalschaden
Besuchskosten von Familienangehörigen im Krankenhaus
Brille
Demontage
Eratzanschaffung
Erwerbsschaden/Lohnausfall/Verdienstausfall
Ersatzkraft/Hilfskraft
Fahrtkosten
Fahrradhelm
fiktive Abrechnung
Gutachter
Haushaltsführungsschaden
Haushaltshilfe
Höherstufungsschaden
Kindersitz
Kostenpauschale
Kostenvoranschlag
Kleidung
Kredit
Mietwagen
Motorradhelm
Nachbesichtigung
Neuwagen
Nutzungsausfall
Reparturkosten
Restwert
Reisekosten
Schmerzensgeld
Standkosten
Stornokosten
Taxi
Umbaukosten
UPE-Aufschläge
Verbrinungskosten
Wertminderung
Zulassungskosten
Zuzahlung in der Apotheke

Regulierungsdauer und Prüffrist: Ab wann dürfen Sie klagen?

Versicherungen spielen gerne auf Zeit bei der Schadensregulierung. Das ist ein allgemein bekanntes Problem. Ärgerlich ist es vor allem dann, wenn Sie für die Reparatur oder den Kauf eines Ersatzwagen dringend auf das Geld von der Versicherung angewiesen sind.
Aber, hier muß trotzdem – auch wenn es schwer fällt – ein bisschen Geduld aufgebracht werden, denn auch die Versicherung braucht Zeit, den Anspruch zu prüfen.

 

Versicherer haben eine Prüffrist von 4-6 Wochen

Ab Schadensmeldung hat die Versicherung 4-6 Wochen Zeit, den geltend gemachten Anspruch zu prüfen. Natürlich darf diese Zeit nur ausgeschöpft werden, wenn noch Sachen unklar sind und die Versicherung prüfen muß, ob sie tatsächlich haftet.

Liegen der Versicherung schon nach ein paar Tagen alle notwendigen Informationen vor, muß sie den Schaden regulieren und darf die Zahlung nicht verzögern.

 

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